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Ukraine-Krieg: Auswirkungen auf die Lohnfertigung

Der Ukraine-Krieg begann am 24. Februar 2022 mit der Invasion russischer Truppen in die Ukraine. Vor diesem Ereignis wurde hauptsächlich von einem Ukraine-Konflikt gesprochen.
Mit dem Beginn des Ukraine-Krieges wurde die Beschaffung verschiedener Rohstoffe und Materialien und der Import und Export im Zusammenhang mit Russland und der Ukraine erschwert.

Die Europäische-Union (EU) und die USA reagierten auf das Verhalten von Russland, indem diese strengen Sanktionen gegen Russland verhängten. Viele Unternehmen aus der EU und der USA reagieren beispielsweise mit Lieferstopps auf Russland.

Rohstoffe aus Russland und der Ukraine - Kriegsauswirkungen:

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges werden schon bei der Rohstoffbeschaffung deutlich. Erze, Metalle und Metallware machten vor dem Krieg circa ¼ der ukrainischen Warenausfuhr aus, durch den Krieg wurde ein großes Stahlwerk in Mariupol zerstört.
Dies sorgt dafür, dass die Stahlwaren aus der Ukraine gedrosselt werden.
Aber wie groß sind die Produktions- und Rohstoffanteile der Ukraine?
Die ukrainischen Unternehmen Cryoin und Ingas machen weltweit bis zu 50% der Neon-Produktion aus, die Produktionsausfälle haben einen großen Einfluss auf Wirtschaftszweige.
Der Rohstoffanteil von Roheisen aus der Ukraine an der Weltproduktion 2020 betrug 2%.
Von Eisenerz betrug der Anteil aus der Ukraine an der Weltproduktion 2020 3% und von Titan 2%.
Neben der Ukraine liegt ein beträchtlicher Anteil der Produktion und der Rohstoffe in Russland.
Der Produktionsanteil von Russland am Weltmarktanteil von Palladium liegt bei mehr als 40%, von Titan bei 13% und von Nickel bei circa 10%.

Der Rohstoffanteile Russlands an der Weltproduktion 2020 betrugen für Roheisen und Rohstahl 4%, für Schnittholz 9%. Für Platin betrug der Rohstoffanteil 14%, für Industrieholz 11% und für Aluminium 6%. (Quelle: GTAI und economiesuisse Verband der Schweizer Unternehmen)
Der Krieg führt zu einer Verknappung einzelner Produkte,
die Verknappung führt wiederum zu einer Verteuerung, weil das Angebot geringer ist. Zudem erwarten Wertpapierhandelsunternehmen,
durch den entstehenden Mangel an Aluminiumvorräte, dass die Preise für Aluminium steigen. Innerhalb von zwölf Monaten können die Preise 4000 US§ erreichen (Quelle: FUTURA), welches auch in Zukunft auf mehrere Rohstoffe zutreffen kann.
Weiterhin hat der Krieg Auswirkungen auf unsere Energie, denn Russland ist einer von Deutschlands Energielieferant. So stammt etwa die Hälfte der importierten Steinkohle und Erdgases von Deutschland aus Russland (Quelle: ifo Schnelldienst digital). Das sorgt für eine große Sorge und Unsicherheit vor einem Gaslieferstopp und den zukünftigen Preisen.

Vor allem da der Energiebedarf in der Metallerzeugung durch Kohle oder Erdgas abgedeckt wird und der Krieg zu einer Verknappung und Verteuerung beider Energieträger führte.

Veränderungen im Import und Export durch den Ukraine-Krieg:

2021 betrugen die Importe von der Ukraine nach Deutschland 414 Millionen Euro und die importierten Metalle und Metallerzeugnisse aus Russland hatten einen Wert von 4,6 Milliarden Euro
(Quelle: ifo Schnelldienst digital).
Mit dem Beginn des Ukraine-Krieges folgte der Preisschock.
Die Anzahl an Importen stieg stark an, sodass die Importanzahl im März 2022 69% über der des Vormonatswert lag. Als mögliche Erklärung sind vorgezogene Importe zu betrachten, welche eine Rohstoffdeckung für Unternehmen vor kommende Sanktionen bietet.Im März 2022 sind die Exporte nach Russland dann, um mehr als die Hälfte eingebrochen.
Der Import und Export haben auch mit Problemen in der Logistik-Branche zu kämpfen, denn die steigenden Spritpreise und der Mangel an Fahrern erschwert den Prozess. Das Problem des Fahrermangels bezieht sich vor allem auf die 100.000 fehlenden ukrainischen Fahrer.
Der Ukraine-Krieg sorgt ebenfalls dafür, dass Import- und Exportkosten von anderen Ländern steigen.

Dies hat zur Folge, dass die Kosten für einen Containertransport von Schanghai nach Rotterdam stark angestiegen sind.
Kurz nach Kriegsbeginn stiegen die Kosten kurzzeitig von unter 2.000 US$ im Jahr 2020 auf 54.000 US$ an.
Des Weiteren ziehen sich Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen aus Russland zurück. Sie reduzieren stark die Exporte, Importe und Produktionen in Russland. Im Bereich Logistik setzten nach Kriegsbeginn mehrere Logistikunternehmen Lieferungen nach Russland und die Ukraine aus. So wurden beispielsweise keine Sendungen mehr nach Russland übermittelt und Transportleistungen in und aus der Ukraine gestoppt.
(Quelle: tagesschau / Norddeutscher Rundfunk)
Noch viele weitere Unternehmen, auch in verschiedenen Wirtschaftszweigen wie zum Beispiel der Telekommunikation,
der Finanzbranche der Elektronik oder der Automobilindustrie reagieren auf den russisch-ukrainischen Krieg mit Rückzug oder Drosselung der Betrieb in Russland.

Dadurch, dass Betriebe aus Russland ausgesetzt und Lieferungen aus und in Russland und der Ukraine schwieriger und teurer werden,
sind Produkte aus diesen Ländern weniger und teurer erhältlich.

Reaktion der Europäischen Union und Russlands mit Sanktionen:

Um auf den Krieg ausgehend von Russland zu reagieren, erweiterte die Europäische Union (EU) die Sanktionen von 2014 gegen Russland.
So verabschiedeten die EU-Mitgliedsstaaten acht Sanktionspakete gegen Russland
(Quelle: die Bundesregierung / Presse- und Informationsamt der Bundesregierung) (Stand: 19.12.2022).
Zu diesen zählen beispielsweise Importbeschränkungen von Edelmetallen, Steinen und Kunststoff oder andere Importverbote aus Russland.
Aber Russland wehrt sich gegen die Sanktionen der EU und reagiert mit diversen Einreiseverbote oder Exportverbote als Gegensanktionen
(Quelle: Auslandshandelskammer).

Auswirkungen auf Werkzeuge und Produkte

Der Rohstoffmangel und die diversen Probleme mit dem Import und Export von Waren, haben ebenfalls Auswirkungen auf die Herstellung und die Verfügbarkeit von Werkzeugen.
Rohstoffe, welche für die Herstellung von Werkzeugen wie zum Beispiel einen Stahlhammer benötigt werden und aus den betroffenen Ländern kommen, werden durch den Krieg schwerer und teurer erhältlich sein. Die Folge ist, dass die Werkzeuge ohne den benötigten Rohstoff nicht hergestellt werden kann oderes zu Verzögerungen in der Produktion kommt. Bei Werkzeugen, welche direkt in Russland oder der Ukraine hergestellt werden und in andere Länder exportiert werden, entsteht durch den Krieg dasselbe Problem, der Verteuerung und der Erhältlichkeit. Zudem kann der Export und Import durch weitere Sanktionen sogar ganz unterbunden werden.

Wie wirkt sich der Ukraine-Krieg auf die Lohnfertigung aus?

Die oben genannten Rohstoff-, Import- und Exportprobleme,
welche durch den Ukraine-Krieg entstehen, schlagen sich negativ auf die Lohnfertigung nieder und sorgen bei Lohnfertigern für (Preis-) Probleme und Engpässe. Steigende Preise für Rohstoffe machen es für Lohnfertiger schwer, erschwingliche Rohstoffe zu erhalten. Zudem lassen die steigenden Energiepreise den Produktionsprozess der Lohnfertiger teurer werden, vor allem weil der Energiebedarf in der Metallerzeugung durch Kohle oder Erdgas abgedeckt wird und einer der wichtigsten Lieferanten von Steinkohle und Erdgas für Deutschland, Russland ist.
Rohstoff- und Energiepreise lassen die Preise des Endproduktes steigen. Die Kunden müssen diesen, durch den Krieg verursachten Preisanstieg mittragen. Des Weiteren wird die Lohnfertigung von den Schwierigkeiten im Import und Export beeinflusst. Denn der Fahrermangel und die gestiegenen Spritpreise spüren die Lieferservices in Deutschland und müssen die Preise ebenfalls anpassen.
Die Verknappung von Werkstoffen und Werkzeugen führt auch zu längeren Lieferzeiten des Produktes zum Auftraggeber.

Wenn der Rohstoff nicht pünktlich beim Produzenten eintrifft, verschiebt sich der Produktionsstart der Herstellung des Endproduktes nach hinten und das Produkt wird nicht zum gewünschten Termin zum Kunden geliefert.

Viele Unternehmen leiden jetzt schon unter Engpässen und sind verunsichert über die Entwicklung der Produktion.
So rechnen 18% der Unternehmen damit, dass sie ihre Produktion einschränken müssen und 38% der Unternehmen erwarten ausbleibende Lieferungen, welche sie nur schwer bis gar nicht ersetzen zu können. (Quelle: ME GESAMTMETALL)
Zudem waren viele Rohstoffe bereits vor dem Krieg knapp und teuer, mit Beginn des Krieges hat sich dies weiter verschärft und die Preise haben sich massiv verteuert.
Bei einer weiteren Verschärfung des Krieges oder weiteren Sanktionen, wird es auch weitere Kostensteigerungen geben und vertiefende Schwierigkeiten auf die Lohnfertigung zu.
Weil der Ukraine-Krieg sich auch auf andere Länder auswirkt - vor allem die Energiekrise, welche durch die Sanktionen angefeuert wird - sind viele Unternehmen in Europa von den Folgen betroffen.

Fazit

Zusammenfassend hat der Ukraine-Krieg Auswirkungen auf verschiedene, aber wichtige Bereiche der Lohnfertigung. Unter anderem ist der Warentransport aus und nach Russland und die Ukraine stark eingeschränkt. Wichtige Rohstoffe, wie Stahl und Energieträger, hauptsächlich Gas, sind von einer Verknappung betroffen,
wodurch die Weltmarktpreise drastisch ansteigen. Auch Lieferketten im Zusammenhang mit Russland und der Ukraine wurden kurzfristig zerstört und müssen zuerst wieder (teuer) aufgebaut werden.
Dies hat alles direkte Auswirkung auf die Lohnfertigung.
Lohnfertiger müssen Rohstoffe und Energie teurer einkaufen und sind eventuell sogar von Lieferverzögerungen betroffen, wodurch sich der Beginn der Bauteilproduktion verzögert.
Die steigenden Preise und die Lieferzögerung ziehen sich dann bis zum Auftraggeber, welcher diese dann tragen muss.
Weiterhin erschweren die Sanktionen der Europäischen Union und die Gegensanktionen von Russland den Lohnfertigern den Arbeitsalltag zusätzlich, da das Ausmaß von zukünftigen Sanktionen erstmal nicht abzusehen ist. Weiter ist zu erwarten, dass weitere Konsequenzen beschossen werden und die Lohnfertigung sich erneut umstellen muss, wenn die Situation sich weiter verschlechtert.

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